Tagesbericht vom 20.08.2011

Ort: Madrid | Autorinnen: Christina W., Lisa-Marie G. und Lisa M.

Der heutige Tag begann für uns damit, dass wir das Gepäck, das wir heute und morgen für die Vigilfeier und die Abschlussmesse auf dem Flughafengelände Cuatro Vientos benötigten, zusammenpacken mussten.

Wir brachen dann also mit dem gepackten Weltjugendtagsrucksack, einer Isomatte und einem Schlafsack in Richtung Metro auf. Dort fuhren wir einige Stationen, bis wir von der Station La Peseta aus den Pilgerweg in Angriff nahmen. Nach einigen dringend notwendigen Trinkpausen im Schatten kamen wir endlich auf dem Gelände an Flughafen Cuatro Vientos an. Es galt nun, das uns zugewiesene Feld D4 zu suchen und sich darin für die kommende Nacht einigermaßen häuslich einzurichten.

Als dies mehr oder weniger erfolgreich geschehen war, versuchten wir (Christina, Lisa-Marie, Lisa) durch die Massen zu den begehrten vorderen Plätzen zugelangen. Unsere Gruppe waren nämlich drei Plätze im Rang B zugeteilt worden, die wir unter den Interessenten verlost hatte. Von diesen bestuhlten Plätzen hatte man eine exzellente Sicht auf den Papst und das gesamten Geschehen auf der Bühne.

Um an unsere Plätze zugelangen, mussten wir mehrmals mit Personalausweis und einer speziellen Einladung Sicherheitskontrollen passieren, wobei auch Hunde an unseren Taschen schnüffelten.

An unseren Plätzen angekommen, befestigten wir sofort unser selbstgemaltes „Mechernich grüßt Benedikt“-Banner, mit dem wir dem Heiligen Vater eine kleine Aufmerksamkeit aus seiner Heimat zukommen lassen wollten. Da wir uns bereits um 13 Uhr auf diesen Plätzen einfinden mussten, und der Beginn der Vigil für 20.30 Uhr (deutsche Zeit) angesetzt war, galt es, diese Zeit möglichst sinnvoll zu überbrücken. Für uns bedeutete dies konkret, zunächst für einen angemessen Sonnenschutz zu sorgen. Zu diesem Zweck funktionierten wir Pappkartons und Mülltüten zu einem improvisierten Sonnensegel um, sodass wir einigermaßen vor den extremen Temperaturen geschützt waren.

Während der gesamten Zeit fanden auf der Bühne, auf der später die Vigil stattfinden sollte, diverse musikalische Auftritte und Zeugnisse durch verschiedenste Personen statt. Kurz vor Beginn der Vigil wurde dann ein „Rosario Universal“, das heißt ein Rosenkranz in den verschiedensten Sprachen gebetet. Bei Einbruch der Dunkelheit begann dann endlich die Vigilfeier. Leider setzte pünktlich zur Begrüßungsansprache des Heiligen Vaters ein derartiges Gewitter ein, dass er diese unterbrechen und wir unseren Sonnenschutz spontan zu einem Regenschutz umfunktionierten. Nachdem sich der Regen etwas abgeschwächt hatte, konnte die Feier jedoch ohne weitere Komplikationen fortgesetzt werden.

Besonders interessant war für uns, dass die beeindruckende Monstranz zum Einsatz kam, die wir noch vor einigen Tagen in Toledo bestaunen konnten. Nach dem Ende der Vigil machten wir drei uns dann wieder auf dem Weg zum Rest der Gruppe. Endlich dort angekommen, erfuhren wir, dass wir angesichts der Wetter- und Platzverhältnisse die Möglichkeit hatten, die Nacht in unserer normalen Unterkunft zu verbringen. Also machten wir uns auf den Weg, immer mit dem Ziel, die letzte Metro um 1.30 Uhr noch zu erwischen. Unsere Voluntarios hatten derweil aufgeschlossen und bereiteten uns einen tollen Empfang, sodass wir auch diese Nacht im Trockenen verbringen konnten.

Tagesbericht vom 19.08.2011

Ort: Madrid | Autorin: Irena V.

Die letzte Nacht haben einige von uns ihren Schlafplatz nach draußen verlegt und konnten eine ruhige und kühlere Nacht als drinnen genießen. Da wir heute den Putzdienst für die sanitären Anlagen und die Halle zugeordnet bekommen hatten, hatten wir sogar das Vergnügen, etwas länger zu schlafen und sind dann mit etwas Verspätung zur Katechese aufgebrochen. Die Begrüßungsworte von Kardinal Kordes verpassten wir dadurch, aber wer wollte, hatte noch die Gelegenheit zur Beichte. Anschließend haben wir gemeinsam Messe gefeiert.

Nach der Katechese entführte uns ein Zuständiger aus dem Delegationsteam Aachen zu einem Video, indem wir kurz unsere Eindrücke, die wir bisher in Madrid gesammelt haben, schildern sollten (das Video ist übrigens auch bei www.youtube.com oder auf www.wjt-bistum-aachen.de zu sehen). Danach haben Julia, Laura, Maria und ich uns auf Essenssuche begeben, was sich mal wieder als sehr schwierig herausstellte, weil alle Restaurants für Pilger massig voll waren. Nach einer Weile fanden wir dann doch noch ein kleines Bistro.

Danach schlugen wir uns durch die Straßen zum Park durch, um ein bisschen Siesta zu machen. Um sechs Uhr hatten wir mit der ganzen Gruppe den Treffpunkt an einer U-Bahn Station ausgemacht. Maria, die in den letzten Tagen oft die Führung unserer Vierergruppe übernommen hat, führte uns souverän durch die U-Bahn und kontrollierte die Anwesenheit der Mädels. Maria ruft dann: Eins ! , Julia: Zwei !, Laura: Drei! und ich: VIER!  Maria schreit zum Schluss dann: Komplett! Dann kann es weiter gehen. Das ist mittlerweile auch zu einem Ritual geworden, wenn wir mit der ganzen Gruppe unterwegs sind.

Am Treffpunkt angekommen, machten wir uns mit allen Mann auf den Weg, um einen guten Stehplatz am Straßenrand zu finden. Der Papst sollte nämlich dort mit seinem „Papa-Mobil“ vorbei kommen. Nach kurzer Wartezeit war es dann auch soweit. Benedikt kam, nur ein paar Meter von uns entfernt, die Straße entlang gefahren. Das war schon ein echtes Highlight. Einige schafften es auch, ein gutes Foto zu schießen. Nach der Vorbeifahrt des Papstes gingen wir in ein kleines Restaurant direkt hinter uns zum Abendessen. Zum ersten Mal hatten wir die Chance alle gemeinsam an einem großen Tisch zu sitzen. Das hat Spaß gemacht. Danach sind wir wieder hinausgegangen, damit wir auch bei der zweiten Vorbeifahrt des Papstes wieder gute Sicht hatten. In Madrid waren heute Kreuzwegstationen mit Figuren aus den verschiedensten Gemeinden Spaniens aufgebaut und da wir, während der Papst an den Stationen vorbei fuhr, keine richtige Chance hatten, diese zu sehen, schlängelten wir uns in einer großen Kette durch die Menschenmassen. Nachdem wir ein paar Kreuzwegstationen gesehen hatten, machten wir uns auf den Weg zurück zum Quartier. Nach einer kurzen Besprechung des Tages fielen wir auch alle müde ins Bett, oder besser: auf die Matratze.

Bis bald, eure Irena

Tagesbericht vom 18.08.2011

Ort: Madrid | Autor: Kevin Jackels

Nach einem Frühstück gegen 8:30 gingen wir wie tags zuvor gegen 9 Uhr zur Katechese.

Dort diskutierte der österreichische Kardinal Schönborn teils auch mit uns, über das Thema der Neuaufnahme des Glaubens sowie der Stärke, welche junge Christen heutzutage in der Gesellschaft beweisen müssen um dem Glauben treu zu bleiben, sowie was es heißt, zu glauben. Mit seiner scherzenden Art stieß er auf große Begeisterung und Teilnahme durch die Pilger an der Diskussion. Die Fragen, welche wir ihm vor der Messe stellen durften, versuchte er, möglichst genau zu beantworten.  Gegen 12.30 Uhr begann dann die Messe.

An dieser nahmen nicht nur Deutsche, sondern auch Österreicher sowie eine Gruppe des Anti-Drogen-Projektes von Mutter Livana teil. Die Messe wurde vom Chor begleitet, diesmal auch von einem Gebärdendolmetscher, da einige Gehörlose teilnahmen. In der Predigt kamen die Worte „dummer Bauer“ vor, was bei der Übersetzung in die  Gebärdensprache für große Lacher sorgte.

Nach der Messe gingen wir alle zusammen essen und beeilten uns danach, um schnellstmöglich zur Straße zu kommen, wo Leinwände aufgebaut waren.

Dort warteten wir etwa dreieinhalb Stunden auf die Übertragung der Fahrt des Papstes zur Schlüsselübergabe. Tobi und Philipp D. waren etwa drei bis vier Meter vom „Papa-Mobil“ entfernt, als der Papst zum Rathaus fuhr, während die anderen vor der Leinwand das Geschehen verfolgten.

Zurück im Quartier, haben Thomas, Tobi, Philipp  D. und Kevin gegen die Brasilianer aus unserm Quartier eine Runde Fußball gespielt  Da wir in der Unterzahl waren kam, nach etwa der Hälfte der Spielzeit noch ein Brasilianer zu uns ins Team, woraufhin wir fast noch den Sieg geholt hätten.

Direkt nach dem Spiel setzten wir uns zur Abendrunde zusammen. Die Fußballer hatten keine Zeit zum Duschen, weshalb wir in der Runde ein wenig auffielen, da unser Geruch besser hätte sein können. Wir hielten dann unsere kleine Abendmesse, welche Püh leitete und reflektierten den Tag nochmal, welcher für alle als gut gelungen empfunden wurde.

Die Fußballer gingen danach duschen und feierten mit einigen Brasilianern noch eine Dusch-Party und brachten uns gegenseitig Lieder der anderen Nation bei.

Alles in allem waren wir gegen etwa ein Uhr im Schlafsack und schliefen innerhalb weniger Minuten ein. Jedoch mussten wir in der Nacht wieder alle aufstehen, da wir mit dem Kopf unterm Dach hervorguckten und es einen kleinen Regenschauer gab.

Viele Grüße aus dem warmen Madrid, Kevin Jackels

Tagesbericht vom 17.08.2011

Ort: Madrid | Autorinnen: Pascal O. und Tanja P.

Der Tag begann wie jeden Morgen mit wunderschönem Sonnenschein. Wir sind mit der ganzen Gruppe morgens um 9 Uhr zur deutschen Katechese geeilt. Der Kardinal war auch da und hat am Ende der Katechese noch Fragen von den deutschen Pilgern beantwortet. Nach der Eucharistiefeier hat unsere Gruppe entschieden, dass wir uns in kleinen Gruppen von mindestens drei Personen frei bewegen durften. Wir (Passi, Tobi, Thomas, Philipp Dasburg, Philipp Aretz, Tanja und noch zwei von einer anderen Gruppe) sind zum Bernabéo-Stadion gefahren.

Als Philipp Dasburg und Passi sichr durchgekämpft hatten, kamen sie an die Tickets und kamen anschließend verschwitzt, aber erleichtert und glücklich zu den anderen zurück. Voll motiviert nahmen wir die nächste Hürde und wurden zwischen jubelnden Männern zum viel zu kleinen Eingang geschoben. Es war dort so eng, und es wurde viel zu stark geschubst, so dass manche Leute auf den Boden gedrängt wurden. Als wir uns dann schließlich drinnen wieder gefunden haben, konnten wir dann endlich die beeindruckende Tour durchs unglaublich riesige Stadion machen.

Sie führte durch die gesamten Räume des Stadions, unter anderem durch ein Museum zur Vereinsgeschichte von Real Madrid. Nachdem wir alle Trophäen und Trikots begutachtet hatten, ergab sich uns die Möglichkeit, das Stadion von unten zu betrachten. Es war wunderschön, obwohl wir den „heiligen Rasen“ natürlich nicht berühren durften. Dann ging es weiter in die Umkleiden und Duschräume der Gastspieler. An den VIP-Sitzen vorbei ging es dann in Richtung Geschenkeshop, wo wir Geschenke und Erinnerungsstücke kauften. Nachdem wir Fotos mit den Brasilianern aus unserem Quartier gemacht und mit ihnen Pins getauscht hatten, fuhren wir mit der U-Bahn zum Hard Rock Café, aber vor Ort gab es kein Durchkommen. Auf dem Weg zum Essen fiel Philipp schließlich auf, dass er zwar noch einen Rucksack hatte, dieser jedoch nicht ihm gehörte. Aber zum Glück gehörte die Tasche einem der Brasilianer, mit denen wir vorher getanzt hatten und die glücklicherweise auch in unserm Quartier hausten. Jedoch wurde Philipp zu seinem Pech an das Geschehen immer wieder erinnert  und schrieb am Ende des Abends, als er seine Tasche zurückbekam, sofort seinen Namen auf die Tasche.

Zum Abendessen zogen wir mit der „Stadiongruppe“ zum Burgerking essen. Nach vielen Lachern und Witzen kehrten wir ins Quartier zurück. Dort entschieden sich erneut einige von uns, draußen zu schlafen . In der Nacht  gab es dann eine feucht-fröhliche Überraschung, als es um zwei Uhr anfing zu regnen. Einige von uns waren äußerst überrascht, als sie am Morgen erwachten und merkten, dass ihr Schlafsack nass war.

Tagesbericht vom 16.08.2011

Ort: Toledo/Madrid | Autor: ?

Heute wurden wir gegen acht Uhr von einem Holzfällertrupp geweckt, sodass wir unseren Handywecker gar nicht hätten stellen müssen. Nachdem wir uns mit zirka 150 Leuten auf genau zwei Toiletten umgezogen hatten, gab es für jeden ein individuelles Frühstück, das am Vortag von unseren Gasteltern zubereitet wurde.

Da wir das Quartier in Toledo nur für eine Nacht bezogen, ging es auf direktem Weg mit dem Bus nach Madrid. Doch leider wurde unsere Vorfreude auf dem Weltjugendtag und auf den bevorstehenden Flashmob gedämpft, da wir in unserem eigentlichen Quartier wegen Überfüllung nicht bleiben konnten. Nun musste ein neues Quartier her. Da dies aber nicht ganz so einfach war, brutzelten wir ein paar Stunden in der Sonne. Manche von uns organisierten Getränke, damit wir nicht wie kleine Blümchen austrockneten. Nach einigen Stunden und Telefonaten hatten wir endlich eine neue Unterkunft. Bevor wir diese bezogen, stärkten wir uns mit einem Pilgeressen, das wir bei Telepizza bestellten. Zur Belohnung für das lange Waten bekamen wir noch zusätzlich unsere Weltjugendtagsrucksäcke mit einem Fächer, einem Hut, Gebets- und Programmheften, Essensmarken und einer Metrokarte.

Ab jetzt lebten wir mit zirka 200 Brasilianern in einer Sporthalle. Nachdem wir unser neues Reich bezogen hatten, gingen wir mit der ganzen Gruppe zum Eröffnungsgottesdienst. Da wir uns nicht mitten in die Menschenmenge drängen wollten, suchten wir uns eine Seitenstraße, von der man die Messe über einen Bildschirm verfolgen konnte. Da nun aber unser Mittagessen schon einige Stunden her war, drängten wir direkt in das nächstgelegene Schnellrestaurant. Diese Idee hatten allerdings einige, sodass die Schlange sehr lang war und es fast eine ganze Stunde gedauert hatte, bis auch der Letzte sein Abendessen bekam. Da das Restaurant nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet hatte, gab es für die Letzten nur noch Reste vom Gazpacho und Kuchen. Gegen kurz nach Mitternacht kamen wir dann im neuen Quartier erschöpft an.

Tagesbericht vom 15.08.2011

Ort: Toledo | Autorinnen: Lisa-Marie G., Katharina G., Christina W. und Lisa M.

Am heutigenTag haben wir (Lisa-Marie, Katharina, Christina, Lisa) es zum ersten Mal in Spanien geschafft,  sieben Stunden durchgehend zu schlafen. Nach einem kurzen, typisch spanischen Frühstück, bestehend aus Schokocroissant, Kuchen und Orangensaft, haben wir gefühlte zwei Stunden lang versucht, unsere Klamotten wieder in unsere Koffer zu zwängen und das nötige Handgepäck für die Nacht in Toledo zusammen zu stellen. Mit unserer Gastmutter, die offensichtlich nicht über sehr viel Fahrpraxis verfügte, fuhren wir zum traumhaften Landhaus unter Palmen der Familie. Dort haben wir den Rest der Familie mit den Kindern Ana, Juan Carlos alias Roncalli, Junior und Enkelkind Alfonso, wiedergetroffen. Nach kurzer Begrüßung sprangen wir direkt per Kopfsprung in den Pool. Die Zeit bis zum Mittagessen verkürzten wir uns, indem wir viele Fotos von „Synchronübungen“ und andern Situationen, bei denen wir vor Lachen fast untergegangen sind, schossen.

Unsere Gastmama hatte an diesem Tag für uns köstliche Makkaroni mit Thunfisch und anschließend Melone zubereitet. Da wir heute unsere Gastfamilie verlassen haben, verabschiedeten wir uns von unserer neuen spanischen Familie mit landestypischem Küsschen links, Küsschen rechts. Junior, einer unserer Gastbrüder, und unsere Gasteltern fuhren dann mit zwei Autos unser Gepäck abholen, damit wir pünktlich um Viertel nach Drei am Bus sein konnten. Als wir uns dann von Mami Conchi und Papi Francisco verabschiedet hatten, startete der Bus mit kurzer Verspätung in Richtung Toledo. Dort angekommen verstauten wir unsere Sachen im Colegio Infantes, das für diese Nacht unsere Unterkunft sein sollte. Eigentlich war geplant, dass wir in einer Turnhalle schlafen, doch wegen eines Wasserrohrbruches wurden wir nach draußen unter ein Vordach umgelagert.

Abends fand der Aussendungsgottesdienst nach Madrid an der Puerta de Bisagra unter der Leitung vom Erzbischof Braulio Rodríguez Plaza von Toledo statt. Beim anschließenden Jugendfestival haben wir dann viele unserer begehrten Aachenpins gegen andere Pins, Armbänder, landestypische Spezialitäten und Anhänger getauscht. Auf diese Weise lernten wir Jugendliche aus vielen verschiedenen Ländern kennen, zum Beispiel aus Aruba, Trinidad & Tobago, St. Vincent, St. Lucia, Barbados, Venezuela, Mexiko, Brasilien und Portugal. Lisa tauschte sogar zu den Klängen des Hochzeitsmarsches einen Ring mit einem Brasilianer. Dabei trafen wir dann später im Getümmel der Pilger aus aller Welt sogar Christinas Bekannte (Ordensschwestern aus Lourdes) und Familie Gerhards aus Sistig.

Dieser Abend war also bereits ein kleiner Vorgeschmack auf den eigentlichen Weltjugendtag in Madrid. Gegen Mitternacht haben wir uns auf den Rückweg zu unserem Quartier gemacht. Dort wollten wir eigentlich, müde wie wir waren, direkt in unsere Schlafsäcke fallen. Dieser Plan wurde leider durch ein Ameisennest  und andere krabbelnde Gefährten, die einen Abfluss ihr Zuhause nennen,  direkt neben Lisa-Maries Schlafplatz durchkreuzt, weshalb ein kleiner nächtlicher Umzug nötig wurde. Nachdem dieser vollzogen war und wir den neuen Schlafplatz großflächig mit einem Insektenschutz eingesprüht hatten, wäre es theoretisch möglich gewesen zu schlafen. Leider wurde unsere Nachtruhe durch ausgiebige Holzfällerarbeiten gestört, sodass wir am nächsten Tag wieder unser gewöhnliches Schlafdefizit aufwiesen.

Tagesbericht vom 14.08.2011

Ort: Talavera/San Vicente | Autor: Philipp Dasburg

Am heutigenTag sind wir um 10 Uhr zur Basilika del Prado gegangen und haben uns einen Vortrag angehört. Später haben wir eine Stadtführung gemacht. Da wurde uns die Stadtmauer vorgestellt und wir sind in das National Stadt Museum gegangen.
Um ein Uhr war letzte heilige Messe in unserer Kirche in Talavera, wo
Thomas und Ich (Philipp) Messdiener waren.

Später war Mittagessen bei unseren Gastfamilien angesagt.
Tanja, Agnes, Elke und ich waren nicht bei unserer Gastoma, da sie sich am Vortag verletzt hatte und nicht kochen konnte.

Nachdem wir uns noch kurz frisch gemacht hatten, ging es zum Stierkampf in San Vicente. Dort hat sich unsere Gruppe aufgeteilt. Die Jungs waren im Bus von „Kempen-Viersen“, neun Mädchen im Bus von „Nettetal“, und der Rest war im Privatbus von Xavier(Pfarrer). Unser Busfahrer war übelst locker, da er „Flipflops“ und eine Badehose anhatte. Er war ca. 23 Jahre, und wir sind mit ihm durch eine Gasse gefahren, wo an beiden Seiten zehn Zentimeter Platz war.

In San Vicente angekommen, gab es Essen umsonst, und wir haben uns den Stierkampf angeguckt. Viele Jugendliche aus dem Bistum Aachen haben mit gemacht.
Als wir gehen wollten und auf unsere Busfahrer gewartet haben, kam eine Frau „Vollgas“ mit einem Roller in die Einfahrt und hat sich genau vor uns hingelegt. Einige Mädchen waren voller Staub.

Nachdem wir wieder in Talavera waren, stand noch ein Musical auf dem Plan.
Als Schauspieler waren der Gastvater von Tobi und Thomas und die Gastmutter von Julia und Irena dabei. Da trafen wir wieder auf unseren Pastor, da ihm nach der Stadtführung schlecht wurde und er bei seiner Gastfamilie blieb.

Am Ende wurden wir noch in die Basilika del Prado eingeladen um das Schlusslied zuende zu singen. Danach ging es wieder zu unserer Gastoma „Mercedes“.
Das war ein anstrengender, aber auch schöner Tag.

Philipp Dasburg

Tagesbericht vom 13.08.2011

Ort: Talavera | Autor: Tobias Milz

Heute Morgen war es endlich soweit, das Fußballturnier stand auf dem Programm. An diesem Turnier nahmen fünf Mädchen und Jungs von unserer Gruppe teil, Tanja Peters, Vanessa Lodzinski, Thomas Schramm, Philipp Dasburg und Tobias Milz. Der Rest hat uns mit Fangesängen lautstark unterstützt. Im Viertelfinale hatten wir es mit den Italienern zu tun, die wir im Elfmeterschießen mit 1:0 besiegen konnten. Nun bekamen wir die Franzosen zugelost, die im Viertelfinale Australien mit 15:0 besiegt hatten. Es war ein sehr spannendes Spiel das nach 30 Minuten 1:1 stand, so ging es wieder ins Elfmeterschießen. Der erste Schuss von uns ging direkt ins Netz, worauf die Franzosen mit dem 1:1 antworten konnten. Am Ende konnten wir uns mit 2:1 durchsetzen. Unsere Zuschauer sangen nur noch „Finale oh oh!“ Dort ging es gegen die Gastgeber aus Spanien, die wir sagenhaft mit 4:2 besiegen konnten. Somit haben wir das Turnier gewonnen!

Im Anschluss an unser Fußballturnier ging es mit der ganzen Gruppe ins Freibad von Talavera del la Reina. Die Erfrischung war für uns alle sehr angenehm. Dort haben wir die Gruppe aus Krefeld kennengelernt mit denen wir eine Menge Spaß hatten.

Gegen Abend ging es zusammen mit den Gasteltern zum Kreuzweg in Talavera. Dort gingen viele Jugendliche aus aller Welt mit. Uns allen hat es sehr gut gefallen. Danach sind wir todmüde ins Bett gefallen.

Viele Grüße aus Talavera,
Tobias Milz

Tagesbericht vom 12.08.2011

Ort: Toledo | Autorinnen: Maria E. und Laura O.

Was ein wundervoller Tag! Nachdem wir zwei Tage stinkend vor uns her leben mussten, hatten wir das große Glück, an diesem Tag gepflegt und mit neuen Klamotten nach Toledo fahren zu dürfen. Außerdem war der Himmel so wundervoll bedeckt, dass wir den Ausflug in Toledo richtig genießen konnten. Tatsächlich hat der liebe Gott uns an diesem Tage sogar ein wenig Regen geschenkt. Die Abkühlung von oben wurde so dankbar von einigen von uns angenommen, dass man hätte meinen können, wir hätten ein Jahr in der Wüste verbracht.

Nach einer Stunde Fahrt in Toledo angekommen, starteten wir mit einer Stadtführung,
bei der wir eine ehemalige Moschee, eine ehemalige Synagoge, eine Kathedrale und mehrere Kirchen besichtigt haben. Mittags hatten wir mit allen deutschen Gruppen aus dem Bistum Aachen zusammen Messe gefeiert und danach waren wir zusammen in einem Schulsaal essen.

Für die Zeit danach hatten wir drei Stunden Freizeit, in der wir Postkarten kaufen und auf der Suche nach Briefmarken waren, aber nicht berücksichtigt hatten, dass es in Spanien sowas wie Siesta (für manche als Fiesta bekannt) gibt. Als wir dann also nach mehrmaligem Verlaufen den einzigen Tobaccoladen fanden, der die ersehnten Marken verkaufte, war dieser natürlich geschlossen. Zum Glück hatte der McDonalds auf, in dem viele ihre Freizeit verbrachten. Es schien auch so als würde es in Spanien keine Wasserspülung geben, nachdem bei uns (wir werden jetzt nicht verraten, mit wem wir so rumgelaufen sind) zum dritten Mal nach dem Geschäft das abspülen nicht funktionierte.

Nach diesen Erlebnissen trafen wir eine sehr nette Gruppe von den Philippinen, mit denen wir unsere ersten Pin-Austausch-Erfahrungen machen konnten. Wir gaben unsere schönen Aachen-Pins und bekamen von denen Ketten und Armbänder.
Abends ging es für alle deutschen Gruppen und für Gruppen aus Italien, Holland, Portugal, Australien, Kanada, Amerika, England und Spanien, die an dem Tag mit in Toledo waren in das Musical „Alma“. Wir hatten eine halbe Stunde Zeit zum Warten, bevor das Musical anfing, und diese halbe Stunde war definitiv der Höhepunkt des gesamten Tages. Es war der Wahnsinn zu sehen, wie viel Spaß wir alle zusammen hatten. Die Stimmung war gigantisch. Jedes Land hat Lieder aus der Heimat gesungen, und letzten Endes haben alle zusammen gesungen und Spaß gehabt. Genau so haben wir uns den Weltjugendtag vorgestellt.

Und die Stimmung ließ auch auf der Rückfahrt nicht nach, wo wir eingeschweißten Kölner uns einen verbitterten Schlachtrufkampf mit ein paar undankbaren Krefeldern geleistet haben. Zum Schluss haben wir aber alle zusammen gejubelt und geschrien und mit „Oh wie ist das schön“ einen tollen Tag beendet.

Viele Grüße aus dem heißen Spanien senden
Maria und Laura